Infobrief – Amerikanische Faulbrut

Infobrief – Amerikanische Faulbrut

Liebe Imkerinnen und Imker,

Zu Beginn der neuen Bienensaison möchte ich Sie gerne auf Vorbeugungsmaßnahmen vor der Amerikanischen Faulbrut aufmerksam machen. Leider lässt sich trotz Beachtung der folgenden Maßnahmen eine Ansteckung von Bienenvölkern nicht vollständig ausschließen.

Betroffenen Imkerinnen und Imkern sollte man seine Hilfe anbieten und mit Ihnen in einen offenen Dialog treten. Anschuldigungen sind kontraproduktiv und verhindern, dass Imkerkollegen Verdachtsfälle melden. Auch das heimliche Sanieren von Bienenständen ist ein vergebliches Unterfangen, da Völker in der Umgebung höchstwahrscheinlich ebenfalls infiziert sind.

Nur durch das amtliche Einrichten eines Sperrbezirkes und das zeitnahe Sanieren aller befallenen Völker durch sachkundige Imkerinnen oder Imker unter Aufsicht der Veterinärbehörden, kann die Seuche eingedämmt werden. Bei der Suche nach dem Infektionsherd, sollte man sich bewusst sein, dass der Zeitpunkt der Infektion und der Zeitpunkt des Krankheitsausbruches Monate und sogar Jahre auseinanderliegen können.

Imkerinnen und Imker, die einen AFB-Verdacht bei Ihren Völkern melden, handeln solidarisch und verantwortungsvoll. Sie verdienen die Anerkennung ihrer Imkerkolleginnen und Kollegen und erhalten unsere volle Unterstützung bei der Probenentnahme und bei der Organisation möglicher Sanierungsarbeiten. Sind alle Völker inklusive Ableger bei der Tierseuchenkasse und beim Veterinäramt gemeldet, die Beiträge bei der Tierseuchenkasse fristgerecht bezahlt und der Verdacht des Ausbruchs der AFB im Veterinäramt angezeigt, wird der/die Bienenhalter/in für Völkerverluste durch die amerikanische Faulbrut von der Tierseuchenkasse entschädigt.

SO REDUZIEREN SIE DIE WAHRSCHEINLICHKET EINES AUSBRUCHS DER AMERIKANISCHEN FAULBRUT:

• Halten Sie nur starke und vitale Völker und vereinigen Sie nach Möglichkeit keine schwachen mit starken Völkern
• Stellen Sie Völker möglichst nicht in Reihe, sondern in größeren Abständen voneinander auf
• Achten Sie auf gute Pollenversorgung am Bienenstand über die ganze Saison
• Verfüttern Sie keinen Honig an Ihre Bienen
• Kaufen Sie Königinnen oder Völker nur unter Vorlage eines Gesundheitszeugnisses
• Desinfizieren Sie regelmäßig Ihre eigenen Beuten, Rähmchen, Futtergeschirr, Begattungskästchen etc., desinfizieren Sie generell gekauftes, gebrauchtes Material wie Beuten, Begattungskästchen etc. vor Erstbenutzung, grundsätzlich ist der Kauf von neuem Material zu empfehlen
• Achten Sie auf Wabenhygiene (mind. ein Drittel neue Waben pro Jahr) und vermeiden Sie so gut es geht, den Wabenaustausch unter den Völkern. Hängen Sie keine Waben von schwachen Völkern in starke Völker
• Lassen Sie keine Drohnenwaben zum Auspicken für Vögel oder Hühner offen herumliegen. Grundsätzlich sind Waben, Honig und leere Beuten immer für Bienen unzugänglich aufzubewahren
• Geben Sie eingefangenen Schwärme ungewisser Herkunft 2-3 Tage in „Kellerhaft“ (ohne Futter, mit Wasser besprühen und täglich kontrollieren). Nach der „Kellerhaft“ können Sie den Schwarm in eine desinfizierte Beute einlaufen lassen
• Verwenden Sie Stockmeißel und Besen immer nur für einen Standplatz oder desinfizieren sie diese bei einem Wechsel zu einem anderen Standplatz
• Bringen Sie Trester nicht offen aus, sondern vergraben oder verbrennen sie ihn. Der Erreger wird durch den Dampfwachsschmelzer nicht vollständig getötet
• Melden Sie aufgelöste Bienenstände, auf denen Waben und Beuten offen herumliegen, dem zuständigen Veterinäramt
• lassen Sie regelmäßig Futterkranzproben im Rahmen der Eigenkontrolle auf Sporen des Erregers der AFB in einem Labor untersuchen

Gesunde Bienen und viel Freude am Imkern wünscht Ihnen

Tobias Dittmann
Fachberater für Imkerei