Infobrief – Lehrbienenstand

Infobrief – Lehrbienenstand

Liebe Imkerinnen und Imker,

COVID-19 hat auch den Bienengesundheitsdienst etwas durcheinandergewirbelt. Viele Veranstaltungen wurden abgesagt. Dennoch konnten in der Phase, in der es so schien, als würde sich die Lage entspannen, einige Workshops mit reduzierter Teilnehmerzahl stattfinden.

Im Laufe dieser Saison wurde vom BGD auf einem Firmengelände neben dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock ein Lehrbienenstand eingerichtet.

Dort konnten mehrere Kurse angeboten werden, wie zum Beispiel

  • Der Praxisteil des Anfängerkurses;
  • Mehrere Workshops zum Thema „Varroabekämpfung in Theorie und Praxis“; Hier wurde
    unter anderem die totale Brutentnahme demonstriert.
  • Zwei Weiterbildungskurse für Bienensachverständige.

Am Lehrbienenstand können Sie in der nächsten Saison die Arbeitsabläufe einer Faulbrutsanierung üben. Hierzu zählt die Organisation und der Aufbau einer „Waschstraße“, das offene Kunstschwarmverfahren und das „Umtreiben“ der Bienen in neue Beuten. Dieser Workshop steht allen Interessierten offen. Er dient jedoch hauptsächlich der Auffrischung für Bienensachverständige und wird als Weiterbildung anerkannt. Die Teilnehmerzahl ist pro Workshop begrenzt.

Dank der freundlichen Unterstützung des Landesverbandes wurde eine Edelstahlwanne speziell zur Beutendesinfektion angefertigt. Sie wurde kompakt und relativ leicht konzipiert. So passt sie in einen größeren Pkw oder Kombi und kann von einer Person ein- und ausgeladen werden. Das Veterinäramt Rostock unterstützt dieses Programm durch die Anschaffung eines leistungsstarken Brenners. Die Tierseuchenkasse von M-V stellt einen robusten Hochdruckreiniger, eine Abspritzwanne für Beuten und Ausrüstung für den Arbeitsschutz bereit. Die Edelstahlwanne können Imker*innen ab sofort gebührenfrei beim BGD für eine Sanierung oder eine Desinfektion ihrer Materialien ausleihen.

Die Termine für die Workshops 2021 werde ich Ihnen mit allen Details via Infobrief mitteilen.

Abschließend eine Bemerkung zur Faulbrutsituation: Der Sperrbezirk im Landkreis Ludwigslust-Parchim in der Nähe von Körchow wurde aufgehoben. Die Nachbeprobung für den Sperrbezirk Spornitz läuft noch. Sobald es hierzu Neuigkeiten gibt, werde ich Sie darüber informieren. Aktuell besteht somit ein AFB-Sperrbezirk in Mecklenburg-Vorpommern.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag

Tobias Dittmann

Linksammlung zu Themen der Bienengesundheit und der imkerlichen Praxis

Linksammlung zu Themen der Bienengesundheit und der imkerlichen Praxis

Varroabekämpfungskonzepte

Deutschland

AG des Institutes der Bienenforschung e. V. ⇒ Link

Niedersachsen ⇒ Link

Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim ⇒ Link

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ⇒ Link

Österreich Link

Schweiz Link

 

Allgemeine Themen der Bienengesundheit und der imkerlichen Praxis

Deutschland

Institut für Bienenkunde Celle ⇒ Link

Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim ⇒ Link

Fachzentrum für Bienen und Imkerei Mayen ⇒ Link

Varroawetter – ein Service des Fachzentrums für Bienen und Imkerei Mayen ⇒ Link

Institut für Bienenkunde Oberursel der Goethe-Universität Frankfurt a. Main ⇒ Link

Bieneninstitut Kirchhain – Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen ⇒ Link

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ⇒ Link

Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf ⇒ Link

Imkerakademie (Landwirtschaftskammer NRW) ⇒ Link

Die Honigmacher (Landwirtschaftskammer NRW) ⇒ Link

Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW ⇒ Link

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg ⇒ Link

Österreich

AGES ⇒ Link

Schweiz

BienenSchweiz – Imkerverband der deutschen und rätoromanischen Schweiz ⇒ Link

Agroscope ⇒ Link

Einmal ist keinmal …

Einmal ist keinmal …

Liebe Imkerinnen und Imker,
spätestens im Juli sollte man mit der Varroa-Befallskontrolle beginnen. Die Schadschwellen der Institute dienen als Orientierung. Ab ca. fünf bis zehn gefallenen Milben pro Tag im Juli und einer halben Milbe pro Tag im Oktober besteht unmittelbarer Handlungsbedarf.
Bei hohen Völkerzahlen oder wenig Zeit werden verständlicherweise meist alle Völker in gleicher Weise behandelt. In dieser Situation empfiehlt sich eine frühzeitige Behandlung nach der Honigernte, um einerseits die Aufzucht der Winterbienen möglichst wenig zu beeinträchtigen, aber vor allem, um die Milben und Virenlast auf niedrigem Niveau zu halten. Verbleiben den Bienen kaum Reserven, muss erst gefüttert werden. Der Freizeitimker hat die Chance, individueller vorzugehen und somit den Medikamenteneinsatz zu reduzieren und gleichzeitig wichtige Erkenntnisse über die Entwicklungsdynamiken der Varroamilbe zu sammeln.

Eine Kontrolle ist keine Kontrolle!
Einmalig durchgeführte Kontrollen haben keine hohe Aussagekraft. Wer ab Juli bis zum Ende der Flugzeit die Möglichkeit hat, alle drei bis vier Wochen eine Kontrolle durchzuführen, wird feststellen, dass die Milbenlast von Volk zu Volk und von Monat zu Monat stark variieren kann. Nur so bekommt man allmählich ein gutes Gespür dafür, wie es um seine Völker bestellt ist.
Liegen die gezählten Milben weit unter den bekannten Schadschwellen, kann vorerst auf eine Behandlung verzichtet werden.*)

Wer diesem Prinzip folgt, geht auf der einen Seite zwar ein erhöhtes Risiko ein, da Kontroll- oder Behandlungsfehler gravierendere Auswirkungen haben, als wenn man nach dem „Gießkannenprinzip“ (s. o.) arbeitet und bei allen Völkern zwei Sommer- sowie eine Winterbehandlung durchführt. Auf der anderen Seite mutet man dadurch seinen Bienen nur so viel zu, wie sie benötigen.
Bei dieser Vorgehensweise sollte man über einige Jahre Erfahrung verfügen und vorerst nur mit
einem oder wenigen Völkern beginnen, bis man Vertrauen in sein eigenes Handeln und die Verlässlichkeit der Befallschwellen gewonnen hat.

Ergebnisse richtig interpretieren
Ein starker Milbenfall kurz nach einer Behandlung hat wenig Aussagekraft. Entscheidend ist, wie viele Milben im Volk geblieben sind. Es zählt nur der natürliche Milbenfall, der sich laut Lehrmeinung z. B. nach einer Ameisensäurebehandlung ab ca. der 2.-3. Woche einstellt. Erst dann ist eine erneute Kontrolle sinnvoll. Zusätzlich kann der Bestand trotz erfolgreicher Behandlung durch zusammenbrechende Völker aus der Umgebung wieder stark mit Milben infiziert werden. Hier hilft wie oben beschreiben, nur eine regelmäßige Kontrolle und das Einengen der Fluglöcher.

Warum ein erhöhtes Risiko eingehen?
Durch die individuelle Behandlung erkennen wir Völker, die besser mit der Milbe zurecht-kommen. Ich erinnere mich an einen Vortrag von Herrn Dr. Büchler vom Bieneninstitut Kirchhain, in dem er es sinngemäß wie folgt formuliert hat:

Würden wir, parallel zu der aktuellen und wichtigen Zuchtarbeit, von den lokal angepassten Völkern, die neben ihren anderen erwünschten Eigenschaften zusätzlich gut mit der Milbe zurechtkommen, Königinnen nachziehen und die anderen Völker mit diesen Königinnen umweiseln, sollte es uns dann nicht langfristig gelingen, die Widerstandsfähigkeit der Landbiene zu stärken?

Momentan noch eine schöne Utopie – dennoch gilt bei der Verabreichung von Tierarzneimitteln für die Biene der gleiche Grundsatz wie für alle anderen Nutztiere: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Gesunde Bienen und viel Spaß beim Imkern
wünscht Ihnen

Tobias Dittmann
Fachberater für Imkerei der Tierseuchenkasse von M-V

*) In Deutschland besteht eine Behandlungspflicht für Bienenvölker. Auch biotechnische Maßnahmen ohne Medikamenteneinsatz werden als Behandlung anerkannt. Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Veterinäramt.

Fachgerechte Hornissenumsiedlung und Wespenberatung

Fachgerechte Hornissenumsiedlung und Wespenberatung

LK Vorpommern-Rügen

Diethard Hoffmann
Tel. 038320 64779
hoffmanndiethard@gmail.com

LK Mecklenburgische Seenplatte

Gernot Kunzemann
Tel. 0171 3389144
g.kunzemann@t-online.de

Henry Fritz
Tel. 0151 560183380

LK Vorpommern-Greifswald

Johann-Christoph Kornmilch
Tel. 03834 813095 oder 0174 7369158
mail@bienenhotel.de

LK Ludwigslust-Parchim

Holger Wollenberg
Tel. 0172 3120226
h.wollenberg@t-online.de

Willfried Klammer
Tel. 038483 22244
znl.klammer@t-online.de

LK Vorpommern-Rügen

Frank Rusch
Tel. 0173 2472634

Stadt Schwerin

Ronald Schünemann
Tel. 0176 55036056
huweho-schutz@online.de

Der frühe Vogel fängt den Käfer

Der frühe Vogel fängt den Käfer

Liebe Imkerinnen und Imker,

es sind nun schon einige Jahre ins Land gezogen, seit der Kleine Beutenkäfer 2014 in Italien eingeschleppt wurde. Man kann zwar von einem gewissen Eindämmungserfolg reden, die Bekämpfungsmaßnahmen, um den Käfer auszurotten, waren jedoch bisher vergeblich.

Wie das Kaninchen vor der Schlange schauen wir gebannt nach Italien. Dabei könnte dieser kleine flug- und anpassungsfähige Schädling aus jedem Land zu uns kommen, denn die Handelswege für illegal eingeführte Kunstschwärme und Bienenvölker sind unergründlich.

Um die Gefahr einer Einschleppung zu minimieren, empfehlen der Imkerverband M-V und der BGD den Kauf von lokal angepassten Bienen aus der Region. Um dies zu erleichtern, wurde die Bienenbörse eingerichtet (k Webseite des Imkerverbandes M-V).

Die Erfahrung hat gezeigt: Nur bei einer Früherkennung besteht die Chance auf erfolgreiche Bekämpfung des Kleinen Beutenkäfers.

Solange der Käfer in Europa lebt, sollten wir wachsam sein. Die Schweiz, Österreich und das Bundesland Bayern haben bereits ein Monitoring-Programm zur Früherkennung des Kleinen Beutenkäfers installiert. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ab sofort und mit freundlicher Unterstützung vieler Veterinärämter, dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei und dem Institut für Bienenkunde und Imkerei an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim das „Freiwillige Überwachungsprogramm zur Früherkennung des Kl. Beutekäfers“.

Wie funktioniert das freiwillige Überwachungsprogramm?

Es werden Öl-Fallen mit Gebrauchsanweisung zum Fangen des Kleinen Beutenkäfers im Rahmen des AFB-Monitorings vom zuständigen Veterinäramt an die Imkerinnen und Imker verteilt. Nach dem Einsatz der Fallen werden alle Teilnehmer um freiwillige Rückmeldung per E-Mail, Telefon oder Post gebeten, um später eine unscharfe Karte über die Verteilung der beprobten Imkereien erstellen zu können. Als Angabe genügen Name, Ihre Registriernummer, die Sie vom Veterinäramt erhalten haben und der ungefähre Standort der Völker. Alle Daten werden vertraulich behandelt und nur für dieses Programm verwendet. Die grafische Darstellung der beprobten Imkereien wird nicht veröffentlicht.

Bei Interesse, fragen Sie bitte bei Ihrem zuständigen Veterinäramt an ob dieses am Programm teilnimmt und noch Imkerinnen oder Imker gesucht werden. Für die Imkervereine oder Interessengemeinschaften, die mehr über den Kleinen Beutenkäfer und den Gebrauch der Falle erfahren möchten, bietet der Bienengesundheitsdienst einen gebührenfreien Vortrag an.

In der Hoffnung auf rege Beteiligung am freiwilligen Überwachungs­programm ohne Fund wünsche ich Ihnen weiterhin viel Freude an Ihren Bienen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Tobias Dittmann
Fachberater für Imkerei
der Tierseuchenkasse von M-V

Was tun bei Verdacht auf Bienenvergiftung?

Was tun bei Verdacht auf Bienenvergiftung?

Liebe Imkerinnen und Imker,

erfreulicherweise wurden in Mecklenburg-Vorpommern während der letzten Jahre sehr wenige Fälle von Bienenvergiftung festgestellt. Seit 2014 konnte von allen eingesandten Proben lediglich in sechs Fällen eine Vergiftung nachgewiesen werden.

Kommt es dennoch zu einem Verdachtsfall, sollte jeder der Bienen hält wissen, wie man sich zu verhalten hat.

Die Gefahr einer Bienenvergiftung lässt sich im Vorfeld verringern, wenn man sich mit den Landwirten vor Ort in Verbindung setzt, mit ihnen die Standorte und Ausbringungszeiten abspricht und seine Völker möglichst nicht direkt an die Feldränder stellt.

Ein gemeinsames Treffen der ortsansässigen Imker mit den Landwirten aus der Umgebung zum gegenseitigen Informationsaustausch kann auf keinen Fall schaden. Kommunikation erhöht das Vertrauen und verringert ungewollte Bienenschäden.

Bevor Sie einen Verdacht melden, seien Sie selbstkritisch. Nur zu oft stellen sich am Ende die Varroamilbe und die von ihr übertragenen Viren als Todesursache heraus. Überdenken Sie Ihre Behandlungsstrategie und begeben Sie sich auf Spurensuche. Befindet sich im oberen Bereich der Zellwände Milbenkot? Entdecken Sie viele Bienen mit verkrüppelten Flügeln und verkürztem Hinterleib? Fallen Ihnen viele Milben entgegen, wenn Sie eine Brutwabe mit offenen Zellen auf einem weißen Blatt Papier ausschlagen? Sind Sie sich bei Ihrer Diagnose unsicher, ziehen Sie erfahrene Kollegen oder Bienensachverständige zurate.

Gibt es einen ernst zu nehmenden Verdacht, rufen Sie unverzüglich den Pflanzenschutz-Regionaldienst an. Eine Liste der Ansprechpartner finden Sie auf der Internetseite der TSK M-V. Betreten Sie nicht die Felder der Landwirte und sammeln Sie keine toten Bienen auf. Damit die Proben bei einer eventuellen Gerichtsverhandlung Bestand haben, dürfen sie nur vom Pflanzenschutzdienst entnommen werden. Füllen Sie mit einem Mitarbeiter des Regionaldienstes den „Antrag auf Untersuchung von Bienenvergiftungen“ aus (siehe unten). Sowohl die Probenentnahme als auch die darauffolgenden Laboranalysen sind gebührenfrei.

Entdecken Sie den Schaden an einem Wochenende oder besteht die Gefahr, dass tote Bienen, die vor dem Flugloch liegen, durch ungünstige Witterungsverhältnisse unbrauchbar werden könnten, sichern Sie die Bienenprobe vor mindestens einem glaubhaften Zeugen, z. B. der Polizei oder einem Amtstierarzt.

Folgen Sie bei der Probenentnahme den Anweisungen des Julius-Kühn-Institutes (siehe unten) und kontak­tieren Sie so bald wie möglich den Pflanzenschutzdienst. Dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos.

Ist die Probenmenge ausreichend, können seit 2018 in Mecklenburg-Vorpommern alle Proben zur Untersuchung auf Bienenvergiftung automatisch aufgeteilt werden. Ein Teil (mind. 1.000 Bienen) wird vom Julius-Kühn-Institut in Braunschweig auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht, der andere Teil (mind. 50 Bienen) geht an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock. Dort kann im Rahmen der Laboranalyse der Nachweis bestimmter Viren erbracht werden. Zudem werden die Bienenproben routinemäßig auf Varroa-Befall und Nosema untersucht.

Diese Vorgehensweise ermöglicht es, einen umfassenderen Erkenntnisstand über die Todesursache Ihrer Völker zu bekommen, um so geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.

Gesunde Bienen und viel Spaß am Imkern
wünscht Ihnen

Tobias Dittmann
Fachberater für Imkerei

Infobrief – Mit hellen Waben ins neue Jahr!

Infobrief – Mit hellen Waben ins neue Jahr!

Einladung zur weihnachtlichen Wabenschmelzparty!

Liebe Imkerinnen und Imker,

Wabenhygiene gehört zu den Grundpfeilern der guten imkerlichen Praxis. Wachs hat ein langes Gedächtnis. Umweltgifte können sich über die Jahre darin anreichern und Ihre Bienenvölker schädigen. Zudem können Völker durch Räuberei Faulbrutsporen eintragen. Verteilt man diese Waben im nächsten Frühjahr an seine Jungvölker, sind diese ebenfalls infiziert. Wer Futterwaben unbedingt aufheben möchte, ist gut beraten, einmal im Jahr eine Futterkranzprobe einzusenden. Waben aus kranken oder toten Völkern sollten grundsätzlich eingeschmolzen werden. Durch den Aufbau eines eigenen Wachskreislaufes minimieren Sie das Risiko von Schadstoffeinlagerungen.

Mit einer kompletten Brutentnahme pro Jahr erreichen Sie, dass Ihre Völker auf einen Schlag einen neuen Wabenbau errichten. Zusätzlich fördern Sie die Gesundheit Ihrer Bienen, indem Sie mit diesem Eingriff den Milbenbefall und den Medikamenteneinsatz stark verringern und gleichzeitig der Amerikanischen Faulbrut vorbeugen.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum so eine wichtige Maßnahme wie das Einschmelzen von Waben verschoben wird. Sind darüber hinaus die Wabenlager nicht bienendicht, können sie eine ernst zu nehmende Gefahr für umliegende Bienenstände werden.

Starten Sie mit hellen Waben ins neue Jahr! Der Bienengesundheitsdienst bietet eine gebührenfreie Wabenschmelzaktion in Mecklenburg-Vorpommern an: Zur Verfügung gestellt und frei Haus geliefert wird ein ca. 25-30 Waben fassender Dampfwachsschmelzer mit einem leistungsstarken Brenner. Bei Bedarf berate ich Sie gerne vor Ort über Themen der Bienengesundheit und wie Sie Ihr Wabenmanagement optimieren können.

Um den Aufwand zu reduzieren, sollten pro Anfahrt mindestens 100 Waben bereitgestellt werden.

Wenn Sie sich mit mehreren Imkerinnen und Imkern aus der Umgebung zusammenschließen, ist diese Menge schnell erreicht. Benötigt werden eine Gasflasche, ein Wasseranschluss und genügend Eimer für Ihr Wachs und den Trester. Eine Kanne mit heißem Kaffee kann auch nicht schaden …

Nutzen Sie die Gelegenheit und befreien Sie sich vom alten Wabenwerk!

Dieses Angebot gilt bis Ende Februar 2019!

Terminvereinbarungen unter: 0176 94133180 oder t.dittmann@tskmv.de

Eine besinnliche Weihnachtszeit wünscht Ihnen

Tobias Dittmann
Fachberater für Imkerei

Infobrief – Flugling

Infobrief – Flugling

Liebe Imkerinnen und Imker,

haben Sie schon an die Jungvolkbildung gedacht?
Wir bekommen durch diese Maßnahme zwar nur eine überschaubare Anzahl von Milben aus den Altvölkern. Wenn man jedoch bedenkt, dass die Varroa-Population von Anfang April bis Ende August ca. sieben Reproduktionszyklen durchläuft und bis dahin aus einer Milbe leicht über 50 Exemplare werden, könnten später im Jahr genau diese Milben das Zünglein an der Waage gewesen sein.

Wie bilde ich einen Ableger, wenn ich nur einen Bienenstand habe?

Wie wir wissen, fliegen die Bienen an ihren Ursprungsort zurück. Einfach mehr Bienen als üblich in den Brutableger abzukehren, kann mal gut, mal weniger gut gelingen, zudem muss die Königin gefunden werden. Eine andere Methode ist es, einen Flugling zu bilden. Hierfür benötige ich weder einen zweiten Standplatz, noch muss nach der Königin gesucht werden. Die Nachteile: Man kann pro Volk nur einen Ableger bilden. Wollen Sie mit dem Flugling noch Honig ernten, bleibt nur die obligatorische Spätsommerbehandlung nach Trachtende. Ohne nachfolgende Honigernte empfiehlt sich in der brutfreien Phase eine Sprühbehandlung mit Milch- oder Oxalsäure.

Was ist ein Flugling?

Wenn Sie die mit Bienen besetzte Beute von ihrem Standort ein paar Meter verstellen und an den Ort der „alten“ Beute eine „neue“ Beute setzen, haben Sie einen Flugling gebildet. Natürlich muss darin etwas sein, das für weisellose Bienen äußerst attraktiv ist. Das wäre entweder eine Wabe mit Eiern bzw. jüngster Brut oder eine Königin.
Und so geht es:

  1. Wichtig ist, dass gutes Flugwetter herrscht und Sie den Flugling nicht zu spät am Tag bilden. Wir möchten ja, dass möglichst schnell, möglichst viele Bienen zurückfliegen.
  2. Stellen Sie ein starkes Volk, von dem Sie Nachkommen ziehen wollen, ein paar Meter entfernt vom alten Standort A auf den neuen Standort B.
  3. Eine saubere Beute kommt auf Standort A.
  4. Dem Volk auf Standort B entnehmen Sie zwei bis drei Brutwaben, aber nicht mehr als zwei Drittel der gesamten vorhandenen Brut, denn beide Teile müssen stark genug für die Einwinterung werden können! Mindestens eine Wabe im Flugling muss Eier oder jüngste Brut haben. Um sicherzugehen, dass die Königin nicht dabei ist, kehren Sie die Waben ab. Falls Sie die Königin auf einer anderen Wabe zufällig gesehen haben, können Sie die Pflegebienen natürlich auch auf den Waben lassen. Die entstandenen Lücken im Volk B, werden durch Leerwaben oder Mittelwände ersetzt.
  5. Jetzt hängen Sie die entnommenen Waben in die neue Beute auf Standort A. Die Flugbienen werden zurückkehren und die Brut pflegen. Es ist erstaunlich, dass so etwas möglich ist! Die alten Flugbienen können sich wieder zu Pflegebienen verjüngen, die Futtersaftdrüsen werden reaktiviert und die Brut wird gepflegt.
  6. Den Flugling füllen Sie mit Mittelwänden und achten Sie auf genügend Futterreserve. Wenn Sie Honigwaben anderer Völker zuhängen, können Faulbrutsporen übertragen werden. Daher sollten Sie zuvor eine Futterkranzprobe durchführen. Falls gefüttert werden muss, sollte dies erst am späten Abend erfolgen. Bei Ihrem Flugling und dem geschwächten Wirtschaftsvolk müssen die Fluglöcher eingeengt werden. Nach ca. 30 Tagen sollte der Ableger auf Weiselrichtigkeit überprüft werden.
  7. Sobald die neue Königin in Eiablage gegangen ist und die Zellen noch nicht verdeckelt sind, werden die mit Bienen besetzten Waben außerhalb der Flugzeit mit Milch- oder Oxalsäure besprüht.

Diese Art der Ablegerbildung genügt sicherlich nicht den Ansprüchen ambitionierter Imker, aber für diejenigen unter Ihnen, die wenige Völker an einem Ort haben, ist es eine sehr einfach anzuwendende Methode der Jungvolkbildung.

Gesunde Bienen und viel Spaß am Imkern
wünscht Ihnen

Tobias Dittmann

Fachberater für Imkerei