Shamonda-Virus (SHAV) – ein neuer Erreger bei Nutztieren

Shamonda-Virus (SHAV) – ein neuer Erreger bei Nutztieren

Erreger
Das Shamonda-Virus (SHAV) gehört zur Gruppe der Orthobunyaviren und zur Simbu-Serogruppe.
Zu dieser Virusgruppe gehören auch andere tiermedizinisch bedeutsame Viren, beispielsweise das Schmallenberg-Virus und das Akabane-Virus.
Das Virus ist bereits seit längerer Zeit bekannt. Seit 2026 wird es auch in Mitteleuropa nachgewiesen und wissenschaftlich genauer untersucht.

Betroffene Tierarten
Rinder – insbesondere Milchkühe
Schafe
Ziegen
Pferde
Alpakas

Krankheitsbild
Mögliche Krankheitsanzeichen bei Rindern sind:
Fieber
deutlicher Milchrückgang
wässriger Durchfall
Fressunlust
Mattigkeit
teilweise leichte Atemwegssymptome.

Bei Pferden wurden im Zusammenhang mit einer Infektion auch neurologische Auffälligkeiten beobachtet. Bei trächtigen Tieren wird außerdem untersucht, ob eine Infektion Auswirkungen auf die ungeborenen Tiere haben kann.
Klinische Symptome sind bisher nur bei Rindern und Pferden bekannt.

Übertragung
Die Übertragung erfolgt vermutlich hauptsächlich durch Gnitzen. Die Gnitze nimmt das Virus beim Blutsaugen auf. Das Virus vermehrt sich in der Gnitze. Die Gnitze sticht ein weiteres Tier. Das Virus wird übertragen. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier ist bislang nicht nachgewiesen.

Dauer der Erkankung
Bei einem einzelnen erwachsenen Rind dauert die Erkrankung meistens nur wenige Tage.
Die Tiere erholen sich in der Regel wieder. In einem Bestand können jedoch über einen längeren Zeitraum immer wieder neue Tiere erkranken. Die genaue Dauer und der Krankheitsverlauf können von Tierart zu Tierart unterschiedlich sein.

Behandlung und Vorbeugung
Eine spezielle Behandlung gegen das Shamonda-Virus gibt es derzeit nicht.
Die Behandlung erfolgt deshalb vor allem unterstützend und symptomatisch, beispielsweise durch eine gute Versorgung der erkrankten Tiere.

Vorbeugung:
• Maßnahmen gegen Gnitzen können unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein
• Tiere aufmerksam beobachten: ungewöhnliche Häufung von Fieber, Durchfall, Milchrückgang

Bei Krankheitsanzeichen den Tierarzt verständigen.
Ein zugelassener Impfstoff gegen SHAV steht derzeit nicht zur Verfügung.
Bei Verdacht Meldung ans Veterinäramt, da es sich um ein neue Tierseuche handelt.

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